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Googles Mobile-Index wird neuer Hauptindex

Von 17. Oktober 2016

Nicht erst seit dem sogenannten „Mobilegeddon“ im April 2015 sollte jedem Websitebetreiber klar sein, dass eine mobile Version der eigenen Seite heute unerlässlich ist. Nun setzt Google ein weiteres deutliches Zeichen hinsichtlich der Priorisierung der mobilen Optimierung der Seite.

Bisher führte Google einen Index, der sowohl die mobile Suche als auch die Suche über den Desktop mit relevanten Suchergebnissen versorgte. Nun kündigte Google an, dass die Suchmaschine künftig einen separaten Index für die mobile Suche und die Desktop-Suche führen wird. Dabei soll der Mobile-Index als Hauptindex fungieren und deutlich häufiger Updates erwarten können als der Desktop-Index.
Die Priorisierung des mobilen Suchindex gegenüber der Desktop-Suche setzt damit den Weg fort, mit dem Google bereits seit längerer Zeit eine bessere User Experience in der mobilen Suche erreichen möchte. Auch Googles Aussage, dass global mittlerweile über die Hälfte aller Suchanfragen mobil getätigt werden, rechtfertigt die Entscheidung des Suchmaschinen-Riesen.

Auswirkungen auf SEO und Ranking

Der separate Index für die mobile Suche schafft für den Googlebot die Möglichkeit, mobile oder responsive Versionen einer Website zu crawlen und dementsprechend zu indexieren. Dies geschieht zugunsten des Smartphone-Users, der auf seine mobilen Suchanfragen hin, mit besserem mobil-optimiertem Content versorgt wird. Konkret bedeutet das, dass Google nicht länger von der Desktop-Variante einer Website auf die mobile Variante schließen muss und aus dem Desktop- ein mobiles Ranking erstellt. Die viel verwendete Floskel „Mobile First“ bekommt vor diesem Hintergrund eine völlig neue Dimension.

Als Websitebetreiber und SEO-Verantwortlicher gilt es vor diesem Hintergrund ebenfalls den Fokus neu auszurichten. Das Vorhandensein einer mobilen oder responsive Website ist in diesem Zusammenhang jedoch nur das absolut notwendige Minimum. Studien zeigen, dass User bereits nach 3 Sekunden ihre Sitzung abbrechen, sollte eine Seite nicht schnell genug laden. Die Ladegeschwindigkeit wird somit zu einem zentralen Kriterium der Suchmaschinenoptimierung.

Weiterhin gilt es einen Blick auf die sogenannte Accelerated Mobile Pages Technologie, kurz AMP, zu werfen. Dabei handelt es sich um speziell auf die mobile Nutzung optimierte Websites, die sich durch eine geringe Datenmenge und schnelle Ladezeiten auszeichnen. Pünktlich zur Ankündigung integrierte Google ein neues Tool in die Search Console, mit dem sich Fehler im Zusammenhang mit AMP identifizieren und beheben lassen.

Noch ist kein offizieller Termin bekannt, wann Google auf den Mobile-Index wechseln wird. Es schadet jedoch nicht proaktiv vorzugehen und bereits jetzt die mobile Website-Version mit der gleichen Aufmerksamkeit zu optimieren wie bisher die Desktop-Variante.

Schließlich soll es bei SEO nicht um die Suchmaschine, sondern den Nutzer und dessen User Experience gehen. Und diese sind bereits jetzt mit dem Smartphone auf Ihrer Website unterwegs.